Historie

DAS HAUS GILBERT IN LUXEMBOURG
Das Haus Gilbert stammt aus dem 19. Jahrhundert, gegründet von einer Familie von Kunstschmieden und Schlossern.

Nach Luxemburg eingewandert, heiratete 1826 der junge Pierre Gilbert, geboren im Jahre 1805 in Grunningen (Hessen), die Witwe seines Arbeitgebers Pierre Welter, Kunstschmied von Beruf und wohnhaft in der «rue des Bains». Leider verstarb seine Frau kurze Zeit nach der Vermählung.

Anschliessend heiratete Pierre Gilbert Catherine Wunsch, geboren in Dudelange. Die Familie Gilbert-Wunsch wohnte in der «rue des Bains» N°20, wo auch Pierre seine Schmiede einrichtete.

Aus dieser Ehe stammen 8 Kinder, wo wir unsere Aufmerksamkeit speziell auf Mathias Gilbert, geboren am 17. April 1836 in Luxemburg, richten. Er und sein Bruder Henri halfen ihrem Vater in der Schmiede und erlernten ebenfalls diesen Beruf. Ein Meisterstück aus der Zeit ist z.B. die Einzäunung des Denkmals von Guillaume II auf dem Stadtplatz «Knuedeler», welches in der Schmiede von Pierre Gilbert angefertigt wurde.

Gebürtig aus Mersch, liess sich der Schmied Pierre Neuberg in der Grand-Rue N°81 nieder, wo er eine Schmiedewerkstatt mit einer Eisenwarenhandlung eingerichtet hatte. Alsbald wurden die zwei Herren Pierre Gilbert und Pierre Neuberg zu guten Freunden und beschlossen ihre respektiven Kinder miteinander zu vermählen: Marie Neuberg und Mathias Gilbert.

Das Ehepaar Gilbert-Neuberg wohnte mit ihren 7 Kindern in der rue de l’ Arsenal. Pierre wurde im Jahre 1862 geboren, Catherine 1872, Fanny 1874, Paul 1877 und Jules im Jahre 1879.

Als 1868 die Stadt Luxemburg die alten Kasernen vom Piquet vermietete, eröffnete Mathias Gilbert dort seine Schmiede.

Mathias und Marie Gilbert-Neuberg hatten den Wunsch, einen eigenen Betrieb zu eröffnen, um somit Ihrem Sohn Pierre eine Zukunft zu sichern .

Nach der Erbteilung von Pierre Neuberg kauften Mathias und Marie das Haus Nummer 5, rue Aldringen, das derzeit noch an Nicolas Neuberg, Bruder von Marie Gilbert, vermietet war und der dort seine Eisenhandlung führte.

Marie hatte in ihrer Jugend mit viel Liebe und Begeisterung im väterlichen Betrieb gearbeitet und hoffte, ihrem Mann zur Seite stehen zu können. Mathias Gilbert verstarb leider 1890 unerwartet im Alter von 54 Jahren. Nach dem plötzlichen Tod von Mathias übernahm Marie das Geschäft, zusammen mit ihrem Sohn Pierre, da Paul und Jules zu diesem Zeitpunkt noch zur Schule gingen.

Im Jahre 1890 wurde das neue Geschäft «Gilbert» auf der N° 11,rue de l’Arsenal eröffnet, heute die N° 93, Grand-Rue . Das Eisenlager Gilbert wurde im Gebäude auf N° 5, rue Aldringen, untergebracht und dies nach dem Umzug des Lagers von Nicolas Neuberg auf die «Place du Théâtre».

Paul Gilbert schrieb sich 1896 an der Universität in Lüttich ein. Nach seinem Studium arbeitete er dort in den „Usines des tuberies de la Meuse“.

Jules trat in sehr jungem Alter in den väterlichen Betrieb ein, an die Seite seines ältesten Bruders und seiner Mutter. Um 1914 wurde Pierre gelähmt und musste sich aus allen geschäftlichen Tätigkeiten zurückziehen.

Der Krieg war inzwischen ausgebrochen und Paul kam wieder nach Luxemburg zurück und konnte somit seinen Bruder Pierre im Betrieb ersetzen.

Leider verstarb 1911 auch der Ehegatte von ihrer Schwester Cathérine, Joseph Klees, der eine mittellose Witwe mit 7 Kindern hinterliess.

Die Familie Klees ist wieder in die Familienwohnung umgezogen und die drei Brüder sahen sich moralisch verpflichtet, die Rolle des Vaters zu übernehmen, da dieser viel zu jung verstorben war.

Aus diesem Grund hat sich Pierre Gilbert gegen jegliche Heirat seiner Brüder widersetzt. Als Jules und Paul schlussendlich doch heirateten, verfasste Pierre, ohne ihr Wissen, ein Testament in dem er seinen Brüdern den Betrieb vererbte, unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass bei dem Tod von einem der Brüder sein Anteil automatisch an Paul und Victor Klees übergehen würde.

Jules verstarb 1925, gefolgt 1939 von Paul.

Somit gingen die Geschäfte an die beiden Söhne von Catherine Klees-Gilbert über.

Nach dem Tod Ihrer Mutter 1947, wurden Paul und Victor Klees einzige Eigentümer der Immobilien.

1957 erwarben sie das Gebäude 9, rue Beck. Im Jahre 1958 wurden die gesamten alten Gebäude der Grand-Rue, mit den Hintergebäuden der Nummern 7 und 9 der rue Beck, abgerissen und durch den heutigen Bau ersetzt.

1971 errichtete Victor Klees auf einem Grundstück, gelegen 17, route de Thionville in Bonnevoie, das er nach dem Krieg erworben hatte, ein neues Eisenlager. Das Gebäude auf N° 5, rue Aldringen, wurde 1972 verkauft.

Kurz vor seinem Tod 1985 erwarb Victor Klees das Gebäude Penning-Maroldt, gelegen 50-60 Dernier Sol, angrenzend an das bestehende Eisenlager.

Sein Sohn Pierre Klees hat anschliessend in diesem Gebäude grössere Umbauten realisiert, um 1987 ein modernes Geschäft zu eröffnen, in dem vom Werkzeug über den Baubeschlag bis zum Stahl, private wie professionelle Kunden fachgerecht beraten werden konnten.

Die schnelle Entwicklung der letzten Jahre, hauptsächlich in der Stahlabteilung, sowie der Wille der neuen Generation, der Söhne Paul und Patrick Klees, das Unternehmen zu modernisieren und eine Referenz in der Großregion zu werden, brachten die Entscheidung mit sich, ein neues, grösseres und funktionelleres Gebäude zu errichten. 2001 wurden die Gebäude in Bonnevoie verkauft, und 2002 wurden die neuen Einrichtungen in Ehlerange eingeweiht, welche durch ihre Bestimmung mehr einem Service-Center entsprechen als einem traditionellem Geschäft, und somit den neuen Kundenanforderungen der heutigen Zeit gerecht werden sollen.

Die Übernahme im Jahre 2007 der Firma Genin S.A. in Belgien (Arlon) und der Firma Ferolux S.A. in Luxemburg bilden eine weitere große Etappe bei der Verfolgung der Expansionsstrategie in Richtung Großregion.

Dies ist also die kontinuierliche Weiterentwicklung eines luxemburgischen Traditionshauses, beschrieben über die Jahrhunderte durch die Geschichte der Männer und Frauen, die die Geschicke des Hauses Gilbert geleitet haben.

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